Alle anders, aber alle gemeinsam!


Arif YesilyurtSeit einiger Zeit ist Inklusion auch ein Thema im BDAJ. In vielen Konferenzen wurde bereits darüber gesprochen und wichtige Beschlüsse gefasst. Dass das Thema so populär ist, hat auch mit dem großen Engagement von einigen Personen zu tun, die sich für dieses Thema besonders stark machen. Mit einem von diesen, Arif Yeşilyurt, haben wir uns nun unterhalten.

Redaktion: Lieber Arif, war es eigentlich schwer, die Menschen von der Wichtigkeit des Themas zu überzeugen und gibt es viele Interessenten an der Arbeit in der bundesweiten AG Inklusion? 

Arif: Die AG Inklusion wurde vor fast zwei Jahren gegründet und hat, wie es eben zu erwarten war, einen langwierigen Prozess initiiert. Es gibt viele Punkte, die wir in Bezug auf unsere Verbandsarbeit verbessern können, damit wir Menschen mit Einschränkungen gleichberichtigt in die Verbandsarbeit des BDAJ inkludieren können. Zurzeit haben wir eine Arbeitsgruppe mit zehn engagierten, ehrenamtlichen Helfer_innen. Bevor wir überhaupt wirklich über Inklusion im Verband sprechen können, müssen die Barrieren in den Köpfen aufgelöst werden. Wir, die AG Inklusion sehen uns auf dem besten Wege dorthin, um eine barrierefreie Verbandsarbeit für alle beteiligten Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, für die Zukunft zu schaffen.

 
Redaktion: Was verstehst du persönlich unter Inklusion?

Arif: Meiner Meinung nach ist Inklusion eine Entscheidung für die Gesellschaft, von der schließlich alle profitieren, denn in erster Linie geht es um Erleichterungen im Alltag der Menschen. Um das auch mal Anhand von Beispielen deutlich zu machen: Eltern mit Kinderwagen profitieren vom barrierefreien Zugang in ein Gebäude mit Treppeneingang ebenso wie ein_e Rollstuhlfahrer_in. Oder: Das Telefon mit großen Tasten ist auch für alle von Vorteil, deren Finger altersbedingt zittern, aber genauso gut für jemanden mit einer Spastik. Wir müssen so weit kommen, dass an alle Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen gedacht wird und zwar von Anfang an. Solange wir zukunftsorientiert denken, wird Inklusion auch langfristig beim BDAJ gelingen.


Redaktion: Wenn wir uns zum Beispiel die alevitischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen anschauen: Sind eigentlich schon alle barrierefrei ausgebaut?

Arif: Leider nein. Es gibt aktuell nur eine Handvoll alevitischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, die barrierefrei gedacht sind. Dazu gehören die Gemeinden in Düsseldorf, Kerpen, Menden, Remscheid und Wesel. Dies ist natürlich zu wenig, denn Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für Inklusion. Barrierefreiheit  beschreibt die Gestaltung der Umgebung von Informations-, Austausch- sowie Informationsangeboten usw., so dass sie auch von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne zusätzliche Hilfen genutzt werden können.

 

Redaktion: Was ist für die nahe Zukunft in Sachen Inklusion geplant?

Arif: Für die Zukunft sind Seminare, Workshops sowie Projekte in Bezug auf Sensibilisierungsarbeit, Rechte und Pflichten eines eingeschränkten Menschen, Barrierefreiheit und natürlich Aufklärungsarbeit über die Inklusion geplant. Daher suchen wir noch interessierte Personen, die in unserer AG mitarbeiten und die Projekte, Seminare, Workshops etc. mitgestalten möchten. Ich freue mich schon jetzt auf Interessierte, die sich bei uns melden, um uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen, damit wir einen größeren Beitrag für die Gesellschaft leisten können. Unsere Mailadresse lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Zum Abschluss möchte ich euch an das sehr aussagekräftige Motto des BDAJ erinnern: Alevitisch ist, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht.